Linux auf dem Desktop? Selbst der Red-Hat-Boss winkt ab

tuxlogo_linuxAuf Servern macht das Betriebssystem Sinn und hat dort auch seine großen Erfolge eingefahren. Auf dem Desktop wollte es bislang nicht klappen. Man versuche es auch nicht mehr, gibt Whitehurst zu.

Red Hat wirft tatsächlich öffentlich die Frage auf, ob die Absicht, den Desktop-Markt erobern zu wollen, überhaupt noch Relevanz besitze. Auf der InfoWorld Open Source Business Conference (OSBC) in San Francisco legte Jim Whitehurst, CEO von Red Hat, persönlich den Finger in die Desktop-Wunde. „Die wenigsten Nutzer lassen auf ihrem Schreibtischrechner missionskritische Anwendungen laufen. Daher wollen sie nicht extra etwas für OS oder Support ausgeben. Ich weiß also nicht, wie wir damit Geld verdienen wollen“, brachte es Whitehurst auf den Punkt.
Daher sehe er nur geringe Umsatzchancen in Sachen Linux-Desktop, der ohnehin fast nur als Ergänzung den Abnehmern von Linux Server verkauft werde. „Ich bin mir ganz unsicher, welche Relevanz unser Desktop-Produkt überhaupt noch in fünf Jahren haben wird“, sprach es Whitehurst offen aus. Mehr noch: Das ganze Konzept hält er heute für lächerlich. Man müsse sich doch dorthin bewegen, wo der Markt hinsteuert – und nicht dahin, wo er herkommt.
„Ich kenne sogar Linux-Entwickler, die lieber ein Macintosh OS hernehmen, bevor sie sich einen Linux-Desktop installieren“, goss CME-Direktor Vinod Kutty noch Öl ins Feuer. Timothy Golden, Unix-Vizepräsident bei der Bank of America, stimmte Whitehurst vorbehaltlos zu.
Für den Linux-Desktop trommelten lediglich K.S. Bhaskar von Fidelity Information Services
und Novell-CEO Ron Hovsepian, der sich optimistisch über Linux auf Netbooks äußerte. Da hat der gute Mann aber die Kehrtwende nicht mitbekommen…
[rm]

[via Infoworld]

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4 Antworten zu Linux auf dem Desktop? Selbst der Red-Hat-Boss winkt ab

  1. Dunkeltron schreibt:

    Das ist doch alles Marketing- und Verkaufsgeschwätz der Unternehmen. Klar kann man damit kein Geld verdienen, wenn der Desktop so usable ist, dass es keines Supports bedarf. Und wenn es hakt, gibt es aktive Communities.

    Aber was hat das jetzt mit „Kehrtwende“ zu tun. Es gibt keine große Mission, es gibt auch keinen Trend, es gibt einfach nur ein paar Nutzer, die einen Desktop auf einem Linux-System nutzen.

    Und komm mir nicht mit OS X. Eine schöne intuitive Oberfläche und viele nützliche Tools. Wenn ich aber jenseits der Bereiche agieren möchte, die Apple für mich vorbestimmt hat, dann bin ich auf die Shell angewiesen.

  2. knallbonbon schreibt:

    das ganze system „LINUX auf dem DESKTOP“ krankt eigentlich nur an 3 einzelnen symptomen.

    und das ist zum 1nen die mitunter auch heute noch zum teil sehr schlechte treiber-versorgung (vor allem mit aktuellen). 2tens die unterversorgung mit sog. „Killer-Applikationen“. vorallem in den grafischen und multimedialen „jedermann bereichen“ mit programmen von marken und namen die eben „jedermann“ geläufig sind. und das 3te und bei weitem wichtigste symptom, der absolute mangel an „aktuellen“ (kassenschlager) spielen. die, wenn man ehrlich ist, ja eigentlich gar nicht vorhanden sind.

    würden diese 3 punkte von den finanzkräftigen linux „big playern“ mal ernsthaft angegangen, wäre das thema „LINUX auf dem DESKTOP“ überhaupt kein thema mehr!!!

    schon gar nicht mehr in der sich nunmehr immer heftiger anbahnenden wirtschaftskrise in der immer mehr user froh sein würden zumindest ein „legales“ BS für lau zu bekommen statt schon fast zwangsweise an „(M)other (S)ucker“ abdrücken zu müssen nur weil sie (die junge kundschaft) aktuelle games zocken wollen. was sich aber natürlich vollständig von selbst negiert wenn/weil die entsprechenden „zugpferde“ für einen ernsthaften umstieg fehlen! denn was nützt einem potentiellen umsteiger das dickste „UMSONST oder KOSTENLOS“ wenn er nicht das machen kann was er eigentlich will. nämlich aktuelle games zocken!

    gerade in die entwicklung und portierung von hochklassigen spielen hätte schon vor 10 jahren in zunehmendem masse investiert werden müssen – denn die jungen spieler vom „jeweiligen heute“ sind es hauptsächlich die den erwachsenen-markt vom „jeweiligen morgen“ bilden.

    wäre dies geschehen hätte LINUX heute bestimmt schon an die 15 – 20% (wenn nicht mehr) marktanteil im desktop bereich. siehe zB. – wenn auch nicht vollkommen vergleichbar – den browser „Fire Fox“. gib den leuten was sie wollen und was sie brauchen (und nicht nur das was sie haben sollen aber meistens nicht haben wollen) dann kann auch eine erfolgsgeschichte daraus werden.

    mir scheint es in zunehmendem masse mittlerweile fast schon so als ob mit voller absicht der durchbruch von „LINUX auf dem DESKTOP“ aus den eigenen reihen konterkariert wurde bzw. wird. aus welchen gründen auch immer.

    das heißt. . .
    . . .wahrscheinlich wird es aber so sein das MS, INTEL und CO. einfach nur sehr gut schmieren! damit der status quo aufrechterhalten bleibt, oder besser noch – bis in alle ewigkeit zementiert wird, bzw. das „die geld-druckmaschine“ in den immer gleichen händen verbleibt!

    es ist ja auch soviel einfacher und leichter sich die taschen füllen zu lassen anstatt selber zu investieren und gar risiken einzugehen.

    siehe zB. „Novell“. wenn das kein klassisches bespiel für legale bestechung (besser: ausverkauf an den feind zum nachteil der user) ist, dann nennt mich einfach fritzchen!

  3. Blogfürst schreibt:

    Ich stimme dunkeltron nur im ersten Punkt zu. Die Treiberversorgung ist und bleibt zum Teil sehr schlecht. Killerapplikationen bedarf es meines Erachtens nicht für einen Durchbruch. Auch keine besonderen Klassiker wie Spiele. Die Mehrzahl der Windows-PCs wird ja überhaupt nicht zum Spielen genutzt, sondern nur zum arbeiten. Und da hakt es meiner Meinung gewaltig. Linux ist – egal ob ubuntu oder OpenSuse – einfach kein Betriebssystem für Laien. Windows kann hingegen jeder PC-Analphabet installieren und auch benutzen(wie Apple). Bei Linux hört es nach der Installation sehr schnell auf. Ein Problem hier, eine Schwierigkeit da – und schwupps ist man ohne Experten geliefert. Während sich in Windows praktisch alle notwendigen Einstellungen mit gesundem Menschenverstand und ein paar Mausklicks erledigen lassen, muss man bei Linux mit der Kommandozeile ständig einen geistigen Sprung in die 80er Jahre machen. Sowas ist heutzutage überhaupt nicht mehr vermittelbar.
    Das traurige daran ist, dass dieser Zustand bei Linux gewollt ist. Usability und Bedienbarkeit gilt unter Linux-Entwicklern als verpöhnt, als „überflüssiger Schnickschnack“ oder gar als „windows-Nachahmung“. Dabei vergessen diese Herrschaften, dass nicht jeder ihre selbstverständlichen IT-Kenntnisse hat um ein Linux-System zu bedienen. Solange sich diese Ideologie unter Linuxern nicht ändert, wird es auch nichts mit dem Durchbruch bei den Desktops. Das finde ich persönlich schade. Denn dem PC-Laien bleibt derzeit nur die Wahl zwischen proprietärer Pest (Windows) oder proprietärer Cholera (Apple).

  4. Chris schreibt:

    HMMM
    Me ist: Powered by openSUSE 11.1 (i586) Kernel: 2.6.27.19-3.2-pae
    Und ich bin glücklich damit 😉
    Ich nix mehr Win will!

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