US-Studie: Umfallende Flachbildschirme töten Kinder

11tech_FallingFlatWenn die kleinen Rabauken auf Entdeckertour durchs Wohnzimmer robben, wird es gefährlich. Sie stecken nicht nur alles in den Mund (etwa Mini-Designer-Fernbedienungen), sondern reißen auch instabile Sachen um.

US-Statistiker ermittelten, dass schon 2007 fast 17.000 Kinder in die Notaufnahme gebracht wurden, weil ihnen im Haushalt etwas auf den Kopf gefallen war. Die Unfälle durch kippende Möbel hat seit 1990 um 41 Prozent zugenommen und erreichte die Rekordzahl von insgesamt 264.200 Fällen. Hauptursache für den Anstieg sei die starke Verbreitung von Flachbildschirmen in den Wohnzimmern, gerne auch begleitet von Surround-Anlagen mit schlanken hohen Lautsprechern. Was so elegant aussieht, hält natürlich dem Angriff eines energiegeladenen Kleinkinds nicht stand – im wahrsten Sinne des Wortes. Kippen die Geräte, kommen die Kinder zwar oft mit Schrammen, Beulen und Prellungen davon, doch manchmal erwischt eine Kante auch Kopf oder Nacken des Jüngsten, was zu schweren Verletzungen führen kann. Rund 300 Kleinkinder starben in den USA bereits bei so einem Unfall.
Die Studie der nationalen Kinderkrankenhäuser ermittelte, dass gut 75 Prozent dieser Unfälle den Kleinkindern passieren. „Sie erkennen schlicht nicht die Gefahr, wenn sie versuchen, an so einem Gerät hochzuklettern“, bemerkt Gary Smith, Direktor am Zentrum für Verletzungsstudien. Er rät den Eltern von Kleinkindern, ihre Flachbildschirme lieber gleich per stabiler Halterung an die Wand zu schrauben und auch bei anderen schweren, aber kopflastigen Gegenständen, für eine stabilere Lösung zu sorgen.
Die Zahlen steigen seit 2004 kontinuierlich an, obwohl die US-Prüfanstalt ASTM (American Society for Testing and Materials) verstärkt die Ständer und Füße der Entertainmentgeräte unter die Lupe nahm. Da aber die Verbraucher mehr auf den Preis als auf den Sockel achten würden – plus die Installation selbst und damit oft genug fahrlässig vornahmen – komme es trotzdem weiterhin zur Zunahme solcher Unfälle, warnte schon die University of Pennsylvania in ihrer 2006er TV-Studie. Bei ihrer Testgruppe, die sie daheim besuchten, war nicht ein einziger Flachmann sicher aufgestellt oder aufgehängt. [rm]

[MSNBC]

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3 Antworten zu US-Studie: Umfallende Flachbildschirme töten Kinder

  1. Jan schreibt:

    Vielleicht liegt das daran, dass riesige Plasmadisplays ursprünglich für neureiche, homosexuelle Designer gedacht waren und die hatten ja keine Kinder 🙂

    Aber Spass beiseite, das Ding an die Wand zu montieren ist schon nicht verkehrt. Jede professionelle Halterung hat auch noch ne Verriegelung, dass sich das Display nicht mehr so herausschieben lässt – ist im Messe-Segment schon immer so gewesen. Allerdings eher wegen dem ortsansässigen Diebesgesindel und nicht wegen kleiner Kinder.

  2. Pingback: US-Medizin empfiehlt: Kinder per Gameboy betäuben « 11tech

  3. Lars schreibt:

    So unstabil sind die Bildschirme doch garnicht. Aber in Amerika ist ja alles möglich 😉

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