GPS: Ab 2010 irreführend?

gps-satellitNach Meinung von Experten könnte ab 2010 verstärktes Verirren auf dem Programm stehen – die US Air Force als Betreiber des Global Positioning System hat nämlich offenbar die Ersatzinvestitionen so schleifen lassen, dass es zu Lücken im System kommen könnte.

Das U.S.  Governement Accountability Office (GAO), eine Art Äquivalent zum Bundesrechnungshof, hat bereits Ende April einen besorgten Bericht vorgelegt, der sich mit den Modernisierungs- und Wartungsbestrebungen der Air Force in Sachen GPS beschäftigt. Das Ergebnis ist nicht schön: es sei fraglich, ob die Armee in der Lage sei, rechtzeitig neue Satelliten zu beschaffen, um Ausfälle zu vermeiden.

Das aktuelle Satrellitenprogramm IIF etwa liegt drei Jahre hinter seinem Zeitplan und hat mehr als 870 Miollionen Dollar mehr verschlungen als geplant.

Sollte es zu Ausfällen älterer Hardware kommen, könnte es zu deutlichen Qualitätsverlusten bei der GPS-Ortung kommen. Das GAO geht bei seinen Berechnungen davon aus, dass ein Netz von 24 Satelliten erforderlich ist  – bereits 2010 besteht nur noch eine Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent, dass diese Konstellation auch existiert. 2011 und 2012 wird die Wahrscheinlichkeit nur noch bei 80 Prozent liegen.

Das bedeutet zwar nicht, dass man auf GPS-Dienste völlig verzichten müsste, ihre Genauigkeit wird aber zu wünschen lassen. das mag dem einen oder anderen notorischen Zuspätkommer als neue Ausrede gelegen kommen, für den Rest der Menschheit wird’s ärgerlich, zumal Galileo ja auch nicht vor 2013 kommt. Musss halt eben die gute alte Landkarte wieder her. Und der Beifahrer, dem man erklärt, dass Norden oben ist. [dieter]

[GAO Report via TidBITS via Slashdot]

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4 Antworten zu GPS: Ab 2010 irreführend?

  1. Gördi schreibt:

    tja, da werden die wohl nachbessern müssen… denn auf dem system basiert ja auch deren militärische navigation (Raketen etc).
    Im groben gesehen liegt die Genauigkeit aber daran das genügend Satelliten da vorhanden sind wo sie gebraucht werden.
    Wenn sich also irgendwann viele Satelliten über Iran versammeln sollte man dort vieleicht schonmal in die Keller gehen.

    Eine andere Art Navigationssystem könnte man hierzulande allerdings auch auf Basis des Handynetzes konstruieren. Man bräuchte nur genaue Karten mit Senderstandorten und könnte per Kreuzpeilverfahren die Position bestimmen.
    Daswürde aber bedeuten das man jederzeit zumindest 3 Basistationen empfangen müsste, was vieleicht auf dem Land etwas schwierig werden könnte. Im Gegensatz zu einem Satellitensystem sind die Kosten einer Basisstation aber recht gut überschaubar.

  2. dunkelstern schreibt:

    @Gördi: Schau dir mal das Google Maps Java Applet für Handys an, das kann genau das 🙂
    Ob es allerdings ne Kreuzpeilung macht oder einfach nur den Sendeturm anzeigt kann ich dir aber jetzt nicht sagen. In der Stadt begrenzt sich der Radius der Funkturmanpeilung auf 150 Meter, auf dem Land sind es aber schon mal 800 Meter und mehr, also als Navi taugt das nicht, aber wenn man sich mal verfahren hat isses ein guter Anhaltspunkt.

  3. Gördi schreibt:

    jo, wenn man das jetzt aber so macht das jede Basisstation dazu verbunden wird (also zb nicht nur Vodafone) hätte man schon ein dichteres netz. Und dieses netz zur navigationstauglichkeit auszubauen dürfte wohl immernoch einiges billiger sein als noch mal eben 20 satelliten in den Himmel zu jagen… 😉

  4. Pingback: Eigenständige GPS-Geräte sind in Sackgasse gelandet « 11tech

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