US-Jobsucher erleben Datenirrsinn der dritten Art

11tech_BozemanWird nicht das Gehirn in großen Höhen mit zu wenig Sauerstoff versorgt? Das wäre zumindest eine Erklärung für die Vorgänge in den Bergen von Montana: Die dortige Verwaltung der Stadt Bozeman fordert von Jobbewerbern allen Ernstes die Passwörter zu allen Social-Networking-Accounts.

Datenschutz? Privatsphäre? Unantastbare Menschenwürde? Diese hart erkämpften Güter zerrinnen den heutigen Gesellschaften in erschreckendem Tempo durch die maroden Strukturen. So werden Arbeitswillige, die einen Job in Bozeman ergattern wollen, tatsächlich zum sozialen Striptease genötigt: Abgesehen von Vorstrafen, früheren Arbeitgebern, Bildung und Referenzen sollen die Bewerber sämtliche Web-2.0-Accounts bekanntgeben (nicht nur jene bei Facebook, MySpace, YouTube oder auch Yahoo! und Google) und freundlicherweis im Formular auch gleich mal ihre persönlichen Passwörter preisgeben, damit sich die zukünftigen Chefs mal in Ruhe im privaten Umfeld der Kandidaten umsehen können. Was für ein Verfall der Sitten… Übrigens verbieten die Portalbetreiber ihren Kunden die Weitergabe von Passwörtern und den Zugang von Dritten.
Im lokalen Montana-TV verteidigte der Anwalt der Stadt, Greg Sullivan, auch noch diese Vorgehensweise, weil es ja unter anderem „um vertrauliche Positionen bei Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr“ gehen könne. Und solche Kandidaten müssten eben einer höheren Moral genügen. Wer die besitzt, wird wohl kaum für eine unmoralische Verwaltung knechten.
Immerhin zeigte sich die Stadt überrascht angesichts des landesweiten Presseechos und wolle nun „ihre Vorgehensweise verfeinern“.
Facebook hat sich übrigens schon öffentlich verärgert zu Wort gemeldet und kritisiert die Vorgänge als Verletzung ihrer Rechtsgrundlage, von der Missachtung eines Grundrechts ganz abgesehen. Man wolle mit den Stadtoberen von Bozeman gerne mal ein ernstes Wort wechseln. Dass Hannah Montana nun aus Protest ihren (Künstler-) Nachnahmen wechseln wolle, ist dagegen nur ein haltloses Gerücht. [rm]

[The Register]

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3 Antworten zu US-Jobsucher erleben Datenirrsinn der dritten Art

  1. Jan schreibt:

    Amis halt…

  2. [pq] schreibt:

    klar könnse gerne haben würd ich sagen

    myspace.com/fuckubozeman
    login ingolf.hase@googlemail.com
    password 15-09-1935

  3. knallbonbon schreibt:

    heutzutage gibt es in den USA so viele schußwaffen wie niemals zuvor in der geschichte. . . .

    . . . .das dumme ist nur das die meisten davon falsch eingesetzt werden!

    hier wäre mal eine „vernüftige“ art gegeben eine solche waffe zu gebrauchen. . . .

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