Das Unheil im Posteingang

emailUm zu erkennen, ob ein Unternehmen in die Krise steuert, muss man nicht einmal den Inhalt der E-Mails kennen, die intern verschickt werden – allein schon das Muster, wer wie oft mit wem kommuniziert, lässt erkennen, wann es bergab geht.

Das wollen jedenfalls Forscher des Florida Institute of Technology heruasgefunden haben.

Sie haben den internen Elektropostverkehr der letzten 18 Monate im Dasein des US-Energieunternehmens Enron unter die Lupe genommen und meinen, dass sich in ihm ablesen lässt, wie sich die Panik langsam ausbreitet.

Tatsächlich war es allerdings so, dass bereits einen Monat vor Ausbruch der Firmenkrise der Mail-Traffic bereits deutlich zunahm (das „Ich-hab’s-im-Urin“-Symptom). Aber nicht nur die Zahl der Nachrichten stieg drastisch, sondern auch der Informationsaustausch änderte sich.

Innerhalb so genannter „E-Mail-Cliquen“ nämlich wurde zwar deutlich intensiver kommuniziert (mit 800 statt 100 Mails im Monat), andererseits wurde der Digitalschriftverkehr mit Außenseitern reduziert.

Das deuten die Wissenschaftler dahin gehend, dass in Krisenzeiten die Mitarbeiter viel mit nahen Kollegen reden, denen sie vertrauen, und gegenüber allen anderen dicht machen. Nicht gerade eine Erkenntnis, derentwegen man Sozialwissenschaften hätte studieren müssen, und eine Beobachtung, die man auch beim regelmäßigen Gang in die Kantine hätte machen können, aber schön doch zu sehen, wie sich urmenschliche Verhaltensweisen auch ins Digitalzeitalter retten. [dieter]

Dieser Beitrag wurde unter intertubes abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s