Forscher warnen vor tödlicher SMS-Falle

11tech_SMStodEigentlich sollte jedem wachen Geist klar sein, dass das verbotene Eintippen von Kurznachrichten am Lenkrad eines Fahrzeugs einem Himmelfahrtskommando gleichkommt. Dennoch scheinen insbesondere Berufskraftfahrer diesem gefährlichen Hobby gerne nachzugehen.

Schon gewundert, warum trotz vorgeschriebener Lenk- und Ruhezeiten, allerlei Radar-, Warn- und Sicherheitstechnik trotzdem noch etliche schwere und tödliche Unfälle auf den Fernstraßen vorkommen? Einer der Hauptursachen, die oft bei späteren Unfallanalysen unbeachtet bleiben, ist eine intensive Beschäftigung mancher Verkehrsteilnehmer mit der modernen Digitaltechnik. Abgesehen von Notebook, GPS-Gerät und Telefon seien es vor allem die nur mit voller Konzentration ordentlich einzutippenden Kurzmitteilungen, welche die Aufmerksamkeit des Fahrers gefährlich lange von der Straße ablenken. Dies bestätigt abermals eine US-Studie, genauer das Virginia Tech Transportation Institute(siehe dieses PDF).
Die Verkehrsexperten haben sich nicht etwa mit Befragungen, Versuchsaufbauten oder Auswertungen von Unfallprotokollen begnügt, sondern sie begleiteten eine ganze Reihe von realen Fahrern über eine längere Zeit. Augenkameras zeichneten präzise auf, womit sich der Lenker unterwegs die Zeit vertreibt. Obwohl die Probanden über den Mitschnitt ihrer Aktivitäten Bescheid wussten, konnten sie nicht an sich halten und gaben sich auf den Touren ihren gewohnten gefährlichen Nebenbeschäftigungen hin. Insbesondere bei Lastwagenfahrern konnten dies auch schon mal Zeitunglesen, Kaffeekochen, Essen oder Fernsehen umfassen. Am krassesten und gefährlichsten war aber nach Erkenntnis der Wissenschaftler eindeutig das minutenlange konzentrierte SMS-Tippen. Dadurch sei das Risiko, einen Crash zu bauen, um das 23-fache gestiegen. Es seien erschreckend lange Distanzen zurückgelegt worden, ohne dass der Fahrer den Blick auch nur einmal auf die Fahrbahn gerichtet hätte.
Das Wählen einer Telefonnummer am Handy sei zwar auch gefährlich, erhöhe das Unfallrisiko aber nur um das Sechsfache gegenüber normaler (gelangweilter) Fahrweise. Im Pkw bewege sich dieser Faktor sogar nur beim Dreifachen.
Mit dieser praxisnahen Studie habe man einige Ergebnisse früherer Untersuchungen, die nur auf Simulationen oder Befragungen basierten, korrigieren und zurechtrücken können, betont Institutsdirektor Dr. Tom Dingus. So sei das Sprechen und Zuhören beim Telefonieren bei weitem nicht so gefährlich wie das Fahren unter Alkoholeinfluss. Andererseits seien viele Kopfhörer/Headsets und Freisprecheinrichtungen gar nicht die erhoffte Sicherheitslösung, denn deren Bedienung und die Anwahl lenken doch viele Fahrer nach wie vor stark ab. Erst eine tadellos funktionierende Spracheingabe-Lösung sei relativ sicher, werde aber eher ungern eingesetzt.
Dr. Dingus schlägt den Behörden vor, die Nutzung von Mobiltelefonen den Fahranfängern einige Jahre lang komplett zu untersagen. In den Praxisfahrten habe sich durch Handynutzung ein viermal höheres Unfallrisiko im Vergleich zu geübten Fahrern ergeben. [rm]

[iWeek]

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