Test der Walkman X-Serie: Was hat sich Sony dabei gedacht?

11tech_SonyXDie frisch aufgelegte Premium-Reihe der Walkman-Familie soll den bisherigen Erfolgsmodellen der Konkurrenz Paroli bieten. Ob das klappt? Ähh, nein. Wohl eher nicht.

Die japanische Frischware basiert auf Flash-Speicher, erhielt eine neue apple-like Bedienungsoberfläche, Geräuschfilter, ein beachtliches kristallklares 3-Zoll-OLED-Touchscreen (das Szenenapplaus verdient) sowie WiFi. Klingt doch gut? Gut genug, um Konkurrenten wie Samsung P3 auszustechen. Aber ein iPod Touch?
Okay, das Walkman X ist kürzer und kompakter als der Apple-Medienplayer. Die rauhen Gehäusekanten in Steinoptik sind eine Designspielerei. Die sonstigen Gehäuseoberflächen sind Schwarzglas, in das Flitter eingestreut wurde. Damit sieht der Player sicher nett aus und liegt auch solide wie ein Stein in der Hand. Die glänzenden Flächen bleiben wegen der Fingerabdrücke aber nicht lange so schön.

Die Bedienbarkeit ist mit den verschiedenen Schaltern etwas ungewohnt, aber nicht unangenehm. Damit wäre der Player auch blind in der Jackentasche zu operieren.
Nun mal zwei Nachteile: Nur mit den serienmäßigen Ohrknöpfen ist die eingebaute Geräusch-Reduktion zu nutzen, die zudem noch die ohnehin bloß durchschnittliche Akkulaufzeit um die Hälfte (!) verkürzt. Dafür hört sich der Sound aber richtig gut an, wofür auch der verstellbare 5-Bank-Equalizer sorgt. Bei den Song-Codecs stehen lediglich MP3, WMA, WMA-DRM und AAC zur Verfügung. Typisch Sony. Bei den Video-Codecs sieht es noch magerer aus: kein WMV, kein direktes MPEG-4 und schon mal gar keine populären Piraten-Formate.

Eine gelungene YouTube-App wird überschattet von einem Web-Browser (ein NetFront-Derivat wie bei der PSP), der nichts taugt. Die Texteingabe zum Beispiel erfolgt über ein T9-Interface. Das ist langsam und sehr umständlich, zumal bei jeder einzelnen URL mühsam von Hand „http://www.“ eingetippt werden muss. Da wirft man den X-Player gerne mal frustriert in die Ecke.

Der X-Series-Player hat also seine Lücken. Dennoch hält Sony es für die Krone der Schöpfung und will daher kräftig abschöpfen: 300 Dollar für die Version mit 16 GByte, 400 Dollar für 32 GByte. Das liegt auf iPod-Höhe, ohne aber dessen massiven App-Store im Rücken zu haben. Vom nutzlosen Browser ganz zu schweigen. Da kann auch der integrierte FM-Empfänger nichts mehr ausrichten, auch wenn er besser funktioniert als die sonstigen Tuner. Preis/Leistung hauen hier nicht richtig hin. Nur die Optik dürfte manche überzeugen. [rm]

[Gizmodo]

[SonyStyle]

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3 Antworten zu Test der Walkman X-Serie: Was hat sich Sony dabei gedacht?

  1. Boris schreibt:

    Leider kann Sony mit diesem Produkt mal wieder nicht überzeugen. Irgendwie schafft es die Firma in diesem Segment momentan nicht ein Produkt auf den Markt zu werfen, welches mich von der technischen Seite her wirklich anspricht. Wenn man schon versucht einen Ipod Touch Konkurrenten zu bauen, sollte man zumindest versuchen genauso gut zu sein. Immerhin gibt es das Apple Gerät mittlerweile auch seit geraumer Zeit…

  2. Pingback: Vorzeitiger Erguss: So wird der Walkman S aussehen « 11tech

  3. visabsoluta schreibt:

    Stimmt, der Touch kann alles sehr gut – aber für ein Gerät dieser (Preis)Klasse ist die Soundqualität nach wie vor inakzeptabel.

    Wenn ich einen Mp3-player kaufe, kaufe ich diesen vor Allem in der Absicht, Musik in hochwertiger Qualität zu genießen. Die Detailauflösung der Musik bei diesem Walkman ist z.Zt das Beste, was man auf dem Markt der tragbaren Audiogeräte kriegen kann – daher ist es doppelt so schade, dass gerade dieser für einen MUSIKplayer elementar wichtige Faktor in diesem Artikel mit einem Satz abgehakt wird.

    Apps? Internet? Dafür hat man das Iphone oder das n97.

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