Google: Papier wird digital wird Papier

espressoMit seinen Buch-Scan-Aktivitäten ist Google in heftiges Sperrfeuer von Verlagen, Autorenverbänden und Justiz geraten und kann sich zumindest in diesen Kreisen keiner gestiegenen Popularität erfreuen.

Um zu zeigen, dass man gemäß dem Firmenmotto, immer Gutes tun zu wolle, auch bei der Buchkopiererei nur das Wohl der Menschheit im Sinn habe, hat Google jetzt eine Allianz mit On Demand abgeschlossen.

On Demand stellt eine spezielle Druckmaschine namens Espresso Machine zur Verfügung, die aus den digitalisierten Druckwerken auf Knopfdruck wieder „echte“ Bücher macht, die man dann wie gehabt als schwere Last mit sich herumtragen kann.

Google möchte so auch den Anhängern des klassischen Buches demonstrieren, wie segensreich die ganze Scannerei ist – schließlich lassen sich so auch längst vergriffene Werke wieder in Umlauf bringen. Und um sämtlichem Urheberstreit aus dem Weg zu gehen, soll die Espresso Machine nur Werke ausspucken, deren Urheberrechtsschutz ausgelaufen ist.

Dass die Google-Espresso Machine mehr ist als ein PR-Gag, kann man allerdings mit gutem Grund bezweifeln: Lediglich 16 der Geräte sind bereits in Bibliotheken, Büchereien und ähnlichen Orten aufgestellt, und nächstes Jahr sollen 34 weitere folgen – das bedeutet weite Pilgerfahrten.

Und dass sich die Espresso Machines weiter verbreiten, dürfte schon deren Preis verhinden, der bei 75.000 Dollar das Stück liegt. Ist also eher gut gemeint als gut gemacht, die Kampagne. [dieter]

[via Reuters]

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4 Antworten zu Google: Papier wird digital wird Papier

  1. knallbonbon schreibt:

    Und dass sich die Espresso Machines weiter verbreiten, dürfte schon deren Preis verhinden, der bei 75.000 Dollar das Stück liegt. . .

    [ . . .Ist also eher gut gemeint als gut gemacht, die Kampagne. . . ]

    ich möchte wirklich mal wissen wie viele das oder ähnliches sagten, als der gute alte „Johannes Gutenberg“ mit seiner verbesserten buchdruckmaschine anfing zu drucken.

    jede wette drauf das 999 von 1000 meinten: “ das setzt sich niemals durch“ (aller-spätestens dann wenn sie zum ersten mal die druck- und buchbindepreise erfahren haben) 🙂

  2. knallbonbon schreibt:

    . . . und natürlich die herstellungskosten von der presse selbst und dem zugehörigen papier und tinte (welches sich damals schon nur für ein einziges buch zu einem kleinen vermögen zusammen-summierte). . . (habe ich doch glatt vergessen zu erwähnen als anschauliches äquivalent zu den jetzigen (momentan noch aktuellen) kosten einer „Google-Espresso Machine“)

  3. [dieter] schreibt:

    @knallbonbon: Im Prinzip hast Du mit den tendenziell fallenden Preisen sicher Recht. Die Frage ist allerdings diesmal (und da unterscheidet sich die Lage von der zu Zeiten der Einführung des Buchdrucks), ob sich nicht die elektronischen Lesegeräte durchsetzen, da sie ebenfalls besser und billiger werden. Wird spannend werden.

  4. Schussel schreibt:

    ich denk mal, die eigentliche frage ist, wie hoch die betriebskosten sind, wenn das ding (und ich geh hier mal von „profiqualität“ aus) 100.000 bücher gedruckt hat, ist der kaufpreis nebensache. grundsätzlich finde ich die idee bücher nach bedarf zu drucken sehr gut, das dürfte einiges an müll einsparen und es muss ja nicht bei so einer maschine bleiben. vorstellbar wär ja auch sowas in wirklich gross, das könnte dann bei firmen wie amazon stehen und die würden bei bestellung drucken (so wie bei fotos z.b.).

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