Rettungsplan: Sony will eigenes Entertainment-Netz

Seit es mit den Produkten keine durchschlagenden Erfolge (soll heißen: marktbeherrschende Stellung) mehr gibt, wirkt Sony reichlich orientierungslos. Der englische Boss der Japaner hat da nun eine Idee ausgebrütet. Ein Netz, uns alle zu binden…!

Howard Stringer, Brite, Heilsbringer und Sonys letztes CEO-Aufgebot, hat da ein Rezept auf der Pfanne, um seinen Arbeitgeber aus der selbstgebastelten Krise wieder herauszuführen: Alles, aber auch wirklich alles, was der Konzern an digitalen Inhalten hat (Musik, Filme, Spiele, Software, Community, E-Books, TV-Serien, MMOs et cetera), soll in einem Sony-Online-Service gebündelt werden. Alle Sony-Hardware soll direkt einen (Zwangs-) Link zu diesem Netz erhalten. Alle Online-Rollenspieler, Playstation-Besitzer, Spider-Man-Fans, Notebook-Käufer, TV-Apparate-Abstauber, Hobby-Fotografen und Sony-Ericsson-Telefonierer auf einem Haufen. Ob das überhaupt gut gehen könnte?
Prinzipiell ja eine interessante Idee. Wenn es bloß 1999 wäre. Ob sich aber die wild im Internet und auf zahllosen Servern verteilten Daten, Angebote, Kunden wieder einsammeln und vereinen lassen, dürfte ein ungewöhnliches wenn nicht gar unfreiwillig komisches Unterfangen sein. Dafür müsste der Konzern schon enorme Anreize schaffen, damit die Massen sich freiwillig von den bisherigen Strukturen abwenden und millionenfach in das Sony Online Universe abtauchen.
Hätte Stringer bloß schon vor ein bis zwei Jahren damit losgelegt, würde allein die Sony-Sammlung an Michael-Jackson-Hits die Bude füllen.
Seine Begründungen für das Entertainment-Netz sind nicht wirklich zwingend, sondern bestehen aus Marketing-Floskeln und Seitenhieben auf Apple. Oder glaubt jemand ernsthaft, dass Sony-Hardware deutlich besser und haltbarer sei, während alle Apple jede 10 Minuten zusammenbrechen? Eben. Daher klingt das ganze Vorhaben nach unausgegorener Verzweiflungstat (angesichts der aktuellen Verluste in der Bilanz). Man braucht halt einen großen Wurf, um sich dem permanenten Abwärtssog zu entziehen. Warum schaut ihr nicht auf Motorola? Oder Palm? Oder Loewe? Schon mit einem geilen Gerät lässt sich die (Image-) Trendwende einleiten. Man muss es nur wollen. Und können.
[Ralf]

[NY Times]

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