AMD und Intel: Versöhnt im Geist der Weihnachtszeit

handschlagWir schreiben noch nicht einmal den ersten Advent, und schon hat der versöhnende Geist der Weihnachtszeit sein erstes Werk getan: AMD und Intel haben gemeinsam verkündet, dass sie alle Streitigkeiten aus der Vergangenheit beilegen wollen.

Und fortan nett und fair zu  einander sein möchten. Wer’s glaubt.

In einem gemeinsamen Statement, bei dessen verfassen bestimmt die eine oder andere kleine Träne gekullert ist, geloben Intel und AMD, in einer umfassenden Vereinbarung sämtliche juristischen Streitigkeiten, ob sie sich nun auf Patente oder dubiose Verkaufsmachenschaften beziehen, ein für alle Mal beizulegen.

In Zukunft wollen die beiden Hersteller, wie unsereins es ja schon im Kindergarten bei den Bauklötzchen gelernt hat, konstruktiv sein und ihre Fähigkeiten ganz in den Dienst der Entwicklung neuer Produkte zu stellen, auf dass der Kunde es schön habe.

Gegenseitig will man sich neue Fünf-Jahres-Lizenzen für Patente erteilen und nicht mehr behaupten, der  jeweils andere habe alte Lizenzvereinbarungen gebrochen, und Intel legt AMD noch 1,25 Milliarden Dollar unter den Weihnachtsbaum.

Und – man muss auch verzeihen können – selbst bei Intels Praxis, die Kaufentscheidungen von Großkunden zu beeinflussen, heißt es: Schwamm drüber. Intel will sich künftig an bestimmte Regeln halten, und AMD nimmt alle gerichtsanhängigen Klagen in den USA und Japan zurück sowie weltweit sämtliche Beschwerden bei Aufsichtsbehörden.

Ist es nicht schön? ist es nicht herzerwärmend? Fragt sich bloß, wem die beiden künftig gemeinsam in die Suppe spucken wollen. [dieter]

[via DigiTimes]

 

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3 Antworten zu AMD und Intel: Versöhnt im Geist der Weihnachtszeit

  1. knallbonbon schreibt:

    ich frage mich ernsthaft ob mittlerweile tatsächlich alle (denn anderswo kann man ähnliches lesen) so strunz-naiv (oder dumm) sind zu glauben AMD hätte sich mit 1,2 milliarden abspeisen lassen ohne dass sie irgendwas in der hinterhand hielten das sie zukünftig bei gelegenheit INTEL übern schädel knallen könnten wenn sie wieder anfangen sollten gegen AMD solch unlautere methoden anzuwenden.

    es ist ja schon bezeichnend das INTEL mehr oder weniger öffentlich den schwanz einzieht und eingesteht schuldig zu sein. denn anders kann man so eine zahlung (+ vereinbarungen und zugeständnisse) im gegenseitigen (wohlwollendem) einvernehmen nicht werten.

    AMD wird INTEL irgendwie bei den eiern gepackt haben und im eigenen interesse vorerst mal (präventiv) stillhalten. schon alleine wegen der patente die evtl. eingefroren werden könnten bis entsprechende streitigkeiten ausgefochten und beigelegt sind. abgesehen davon wird INTEL in der nächsten zeit sowieso genug am hals haben wegen all der anderen klagen und prozesse die bereits in den startlöchern stecken oder noch vorbereitet werden.

    wieso also nicht die zeit ausgiebig nutzen um sich selber besser zu positionieren statt in rechtsstreitigkeiten vollkommen zu versinken (evtl. sogar sich selbst vollkommen zu lähmen) die im prinzip nur AMD wirklich schaden könnten, hat INTEL doch den bei weitem finanziell längeren atem um solches über längere zeit hinweg durchzustehen?!

    gerade jetzt wo es für AMD, zwar langsam aber dennoch sicher, wieder bergauf geht – vor allem in der sparte AMD/ATI grafik-chips – wären langjährige patent-blockaden durch entsprechende verfahren geradezu gift für AMD! und das weiß auch INTEL!

    selbiges wird wohl zu großen teilen auch für INTEL gelten, weswegen sie lieber erst mal kuschen und klein beigeben. denn, obwohl finanziell der bei weitem stärkere der beiden kontrahenten, werden auch sie sich nicht leisten können längere streitigkeiten schadlos zu überstehen. schon gar nicht in anbetracht dessen das zukünftig wahrscheinlich viele viele milliarden an strafen und schadenserstazforderungen etc. anstehen werden die entsprechend beglichen werden wollen!

  2. hardtecs4u schreibt:

    Intel dürfte durchaus daran interessiert sein, den Streit möglichst schnell beizulegen. Allerdings darf man auch die Frage aufwerfen, warum gerade jetzt? AMD hat mit den Saudi-Arabern durchaus einen Trumpf in der Hand, der sicher auch einige Summen für Gerichtsverhandlungen vorstrecken kann, wenn es ums Ganze geht.

    Zwar ist Intel objektiv in der stärkeren Position, doch dürfte das Unternehmen kaum ein Interesse daran haben, dass AMD als (einziger) Konkurrent wegfällt. Man wird also weiter versuchen, AMD auf einem gesunden Abstand zu halten und sich das Geschäft nicht zu verderben.

  3. Pingback: Intel: Jetzt gibt’s wegen Grafik-Chips auf die Mütze « 11tech

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