Popkomm-Ende: Piraten doch nicht schuld?

popkommAls Popkomm-Papi Dieter Gorny vor zwei Wochen den plötzlichen Tod seines Babys kommentieren musste, war die Sache noch klar: Die Absage sei ein Protest gegen die „Internetpiraterie“, und viele Unternehmen könnten “ es sich wegen des Diebstahl im Internet nicht mehr leisten, an der Popkomm teilzunehmen“.

Jetzt hat der Branchendienst Musikwoche bei seiner Klientel mal genauer nachgefragt, und die Wahrheit ist trivialer: Kaum jemand hatte mehr Lust auf die Messe.

„Das ist kein großer Verlust“, befanden 60,2 Prozent der Befragten; 31,4 Prozent fanden die Absage nachvollziehbar und bezweifelten gleichzeitig, dass nächstes Jahr ein Wiederbelebungsversuch Erfolg haben werde, und selbst die 8,4 Prozent, die das Popkomm-Ende betrauern, finden es angesichts der wirtschaftlichen Gesamtlage noch nachvollziehbar.

Jetzt wird spekuliert, ob das bunte Musiktreiben, das in Berlin nie so richtig heimisch wurde (nicht zuletzt weil Curry 36 doch kein Ersatz für den schmierigen Südstadt-Mexikaner war) wieder nach Köln zieht, wo es doch irgendwie miefig-gemütlicher war.

Ersatzveranstaltungen wie der #unkomm, die irgendwie moderner/digitaler und „bottom up“ sein sollen, geben die Etablierten wenig Chancen. Kann ich auch verstehen: Hätte man das Ding nicht besser gleich Berlin Independence Days genannt? [dieter]

[via Musikwoche. de und Berliner Zeitung]

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3 Antworten zu Popkomm-Ende: Piraten doch nicht schuld?

  1. lieinthesound schreibt:

    Berlin ist einfach sehr dezentralisiert – daher gibt’s nicht eine einheitliche Szene wie in anderen Städten, sondern viele, die nebeneinander existieren… andererseits gibts hier auch eine Vielfalt, die international ihres gleichen sucht.

    Eine Musikmesse ist schon hier genau richtig aufgehoben, die Popkomm war nur nie ne richtige Messe. Da muss ein neues Konzept her, dass sich auch den Konsumenten mehr öffnet…

    Die Krise der Musikindustrie kann nur im Dialog mit den Konsumenten gelöst werden. In gewisser Weise sollte das Prinzip von Social Music Networks wie Myspace mal aufs Real Life übertragen werden. Bzw… Publikumsnähe wie auf der Frankfurter Buchmesse wär sicher dienlich/ ebendort gibts genug Raum für Publikum und Brachen internen Austausch.

  2. Jan schreibt:

    Welcher schmierige Südstadt Mexikaner? Ging man nach der Messe in Köln inne Südstadt? Weil Mexikaner gibts in Deutz ja auch genuch – damals auch schon. 🙂

  3. Dave schreibt:

    und der in Deutz war wirklich herlich schmierig und gut zu Fuss zu erreichen. omg, da werden erinnerungen wach (wenn auch erst 1/2 Jahr nach diesem Artikel ^^)

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