Hands-On-Review: Dell Vostro V 13

Ich hab mich eine Weile darum bemüht, das Dell Vostro V 13 zum Testen zu bekommen; jetzt ist es da. Warum gerade dieses Modell? Ich erklärs kurz:

Die interessanteste Entwicklung im Mobile Computing sind für mich nicht die Tablets wie das neue Apple iPad, diese Geräteklasse wird sich erst gegen Jahresende so richtig breit machen, sondern die CULV-Notebooks. Was heute Consumer Ultra Low Voltage (CULV) heisst, lief vor wenigen Jahren noch unter Subnotebook und war furchtbar teuer.

CULV ist das neue Netbook

Durch die „Erfindung“ der Netbooks und deren ungeheure Beliebtheit entstand ein neues Billigsegment, unterhalb der typischen Notebookpreise. Dazu konnten wir erleben, wie wenig Technik eigentlich genügt, um die wichtigsten Anwendungen, nämlich Email, Internet, Text, ein wenig Video, zu bekommen. Was wir kurz danach erleben konnten: So richtig befriedigend sind die echten Netbooks ja nicht. Die können schon verdammt wenig. Ein klein wenig mehr Rechen- und Bildschirmleistung wäre dann doch ganz nett. Darauf haben die Hersteller reagiert und eine Zwischenkonfektionsgrösse ins Angebot genommen, mit „richtigen“ Notebookprozessoren statt des Sparprozessors Atom und einem Bildschirm, der zumindest „kleines“ HD (720) kann.

Adamos kleiner Bruder

Ein ganz typischer, und noch dazu gut gelungener Vertreter dieser neuen „kleinen“ Notebookklasse ist das V13. Auf den ersten Blick erinnert es mehr an ein Adamo Luxusbook: Sehr flaches, schlichtes Metallgehäuse, in unserem Fall in mattem Alu, das erheblich pflegeleichter und fingertapper-unempfindlicher ist als der heute so verbreitete, blöde Klavierlack. Mit anderthalb Kilo Lebendgewicht und den gerundeten Abmessungen von 33 mal 23 mal 2 Zentimetern sehr rumtrage-freundlich, und fasst sich ausgesprochen kompakt an. Echtes Lob für die Tastatur: Die nimmt nämlich die gesamte Breite ein, hat also „grosse“ Notebooktasten und keine „kleinen“ Netbooktippflächen. Der Anschlag ist eher „klicky“ und nicht übersensitiv gehalten.

Wie der Name andeutet, mit 13,3-Zoll-Bildschirmdiagonale (LEDbacklit), für 1366 × 768 Pünktchen, also „einfaches“ HD. Nett vom Display: Es spiegelt nicht. Die Anschlüsse sind vollständig, aber nicht üppig: Gerade mal 2 USB-Ports reichen eben so für das Nötigste. Aber dafür gibt’s ja USB-Hubs.

Vorsprung trotz Technik

Unter der Haube des Testexemplars ein eher ökonomischer Core 2 Solo mit 1,4 Ghz, unterstützt von reichlich durchschnittlichen 2 GB RAM (DDR3, 1066 Mhz). Trotzdem „fühlt“ sich der Kleine alles andere als träge an. Ach so, ist ja kein Vista mehr drauf, sondern Windows 7. Alles in allem: Erfreulich.

Was das V13 (Die Assoziation zur Fallout-Vault-13 ist garantiert zufällig) nicht ist: Es ist kein Multimedia-Notebook. Kein CD/DVD-Laufwerk, ein Single-Core-Prozessor, nur ein Intel 4500MHD Grafikchip: So macht weder Gaming noch vollformatiges Filmekucken Spass. Macht nichts, das V13 ist ja auch ein Arbeitsgerät. Ein Businessnotebook. Office schafft der Kleinrechner spielend, Kommunikation ist mit Webcam, Mikrofon, VGA-Ausgang, Wlan bis 802.11n und optionalem UMTS-Modul ungebremst möglich. Der Preis von 623,56 € einschliesslich Mwst und Versand (und ohne irgendwelche Aktionsrabatte) ist völlig in Ordnung, wenn man die solide Verarbeitungsqualität betrachtet: Das Ding hält ne Weile. Unternehmen mögen so was besonders. Und da passt es auch hin; die feminine Eleganz eines Macbooks erreicht das V13 nicht. Eher die mittlere Management-Ebene.

Ich sag mal so…

Subjektiv formuliert: Für mich ist ein „multimediafähiges“ 15-Zöllerbook mit optischem Laufwerk zwar interessanter, aber gegen ein typisches Netbook gewinnt das V13 dennoch um Längen. Und strassencafetauglich ist es allemal, wie die Pics zeigen.

Produktinfos bei Dell

Ausführlicher Test auf Notebookcheck

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6 Antworten zu Hands-On-Review: Dell Vostro V 13

  1. Sponski schreibt:

    Ja, das Teil macht doch definitv einen netten Eindruck! Würde ich mir, als Alternative zu einem Netbook, auch zulegen. Schon allein wegen des 13″ Screens und der „vollwertigen“ Tastatur.

    Aber ansonsten geb ich dir recht: Ein 15″ Notebook, das auch problemlos Multimedia-Sachen beherrscht, ist für mich auch immer der beste Kompromiss, wenn es um Mobilrechner geht. Die taugen dann wenigstens auch als Desktop-Ersatz.

  2. fangorn schreibt:

    Ja, um einen vollwertigen Rechner zu haben, den ich einfach so aufstellen kann wenn ich bei meinen Eltern oder so zu Besuch bin sind 15 Zoll Notebooks die optimale Lösung.

    Aber wenn man ständig unterwegs ist, den Rechner unter dem Arm, brauchte man früher schon ein sauteures Subnotebook. Inzwischen bekommt man für um die 600 Euro schon ein vernünftiges Gerät, das bei sorgfältiger Auswahl auch einen vollen Arbeitstag ohne Steckdose auskommt. Und für diejenigen die damit zurechtkommen gibt es inzwischen auch günstige Tablet-PCs.

    Dass man damit keine Videos konvertieren oder Egoshooter zocken kann ist mir egal. Sie sind kein Ersatz für einen schnellen Desktop und waren auch nie als solcher gedacht.

    Mein 15 Zoll Laptop ist auch kein Ersatz für einen Cruncher. Er hat zwar 4 GB RAM (mehr geht in dem Modell nicht) und eine recht schnelle Mobil-CPU, man kann zur Not auch mal eine DVD runterrechnen, aber ein Ersatz für den schnellen Rechner mit großer Festplatte (6 Terabyte netto, RAID5) zuhause wird er gerade im Bereich Video nie sein.

  3. DJGummikuh schreibt:

    Also ich darf mich seit Weihnachten besitzer eines EeePCs nennen und muss sagen, ich bin beeindruckt wie flott der doch läuft. Ich hätte vorher auch gesagt, dass der mir (als Java-Entwickler) VIEEL zu langsam ist. Natürlich kommt der an meinen QuadCore nicht heran, dafür hat der im Nutzbetrieb >7Stunden laufzeit, und ich finde die Tasten für die kleine Größe doch überraschend groß. Nur die Klavierlack-Optik ist echt nervig, da man jeden Finger drauf sieht (Immerhin hat Asus auf ein spiegelndes Display verzichtet). Ich wundere mich hier allerdings, dass das V13 Leistungstechnisch nicht mehr zu bieten hat – 1.4Ghz Singlecore ist ja nicht wirklich berauschend – was spräche gegen einen dual core (gibt es imho doch auch in CULV oder?)

  4. Fritz schreibt:

    Ich hatte das „mittlere“ Modell zum Anschaun da, den V13 gibts auch mit Dual. Und selbst der Core 2 Singlecore dürfte klar mehr PS haben als ein Atom.

  5. Pingback: Dünn und leicht, für Unternehmen: Dell Latitude 13 « 11tech

  6. Frank schreibt:

    Weißt du zufällig was für ein Akku verbaut war? Auf der Dell-Seite steht zwar was von 6-Zellen, ich hätte aber gerne Details dazu (mAh?) . Übrigens sollte GMA4500MHD problemlos hochauflösende Videos abspielen können, da dieser DXVA unterstützt. Zusammen mit dem SU7300, der Optik und dem matten Display finde ich das Ding echt interessant.

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